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Der Bodengrund im Aquarium

Welche Funktion erfüllt der Bodengrund im Aquarium? Er beheimatet mit seiner vergleichsweise großen Masse viele nützliche Bakterien. Es gibt 2 Möglichkeiten ihn aufzubauen. Entweder er besteht aus Kies oder aus Sand. In keinem Fall sollte die Körnung 2 mm überschreiten. Bei zu grobem Kies lagern sich im Laufe der Zeit Futterreste ab. Diese vergammeln und können sich im Extremfall zu giftigen Stoffen entwickeln.

Feiner Sandboden ist für viele Fische optimal. Besonders Panzerwelse wühlen gerne darin herum. Auch für z.B. Malawi- und Tanganjikabarsche eignet er sich hervorragend. Er verdichtet sich sehr stark. Deshalb können keine Futterreste in ihn eindringen. Durch die Beckenscheibe kann man nach einiger Zeit erkennen wie sich unterschiedlich gefärbte Zonen bilden. In den dunklen Zonen finden anaerobe Abbauprozesse statt. Diese Stellen sind auch gute Nährstoffquellen für Pflanzenwurzeln.

Sandboden

Auf dem Foto ist die dunkle Färbung zu erkennen. Dieser Zustand tritt nur an wenigen Stellen im Bodengrund auf. Durch die Glasscheibe kann man sehen(auf dem Foto leider nicht), wie verstärkt Pflanzenwurzeln in diesen Bereich eindringen. Der Boden besteht aus feinem Sand. Erstaunlicherweise wachsen darin sogar Pflanzen wie z.B. Echinodorusarten, die ja bekanntlich auch Nährstoffe über die Wurzeln aufnehmen. Sandboden ist auch für reine Pflanzenbecken hervorragend geeignet.

Kiesboden hat eine geringere Schüttdichte als Sandboden. Deshalb kann bei diesem ein Bodenfluter verwendet werden. Dieser besteht aus einem langen Heizkabel und einem Trafo. Aus Sicherheitsgründen nie ein 220 V Heizkabel verwenden! Das Heizkabel wird Schlangenlinienförmig unter dem Kies verlegt. Die Heizleistung ist sehr gering. Es darf kein zu starker Bodenfluter verwendet werden. Im Zweifelsfall eine Nummer kleiner wählen. So erwärmt sich das Wasser in bestimmten Bereichen und steigt nach oben. Dadurch findet eine leichte Durchströmung des Bodens statt. Es entsteht ein Filter der leistungsfähiger ist als die handelsüblichen Motorwasserwerfer. Wichtig ist es, ein Heizkabel statt einer Heizmatte zu nehmen. Dadurch wird der Boden nicht ganzflächig erwärmt wodurch sich auch anaerobe Zonen bilden können.So zumindest die Theorie. Ob es stimmt weiß ich nicht. Ich verwende keine Bodenfluter mehr.

Ein Bodenfluter wirkt sich meiner Erfahrung nach nicht auf den Pflanzenwuchs aus. Seine Wirkung - wenn eine vorhanden ist - liegt ausschließlich im oben beschriebenen Filtereffekt. Gerade bei kleinen Becken die eine geringere biologische Stabilität besitzen kann sich - wenn die oben genannte Theorie zutrifft - eine solche Investition lohnen. Allerdings funktioniert dies nicht mit Sandboden. Durch seine höhere Dichte findet keine Durchströmung statt. Im schlimmsten Falle könnte das Kabel überhitzen.

Ob Kies- oder Sandboden ist für den Pflanzenwuchs unerheblich. Bei Kies muß berücksichtigt werden, daß dieser nicht scharfkantig ist. Gründelnde Fische können sich daran verletzen. Die Schichthöhe sollte wenigstens 7-8, besser aber 10-12 cm betragen. Ein vernünftig aufgebauter Bodengrund ist in der Aquaristik die halbe Miete. In ihm finden viele Schadstoffabbauprozesse statt. Er hält mindestens 10 Jahre oder länger. Selbst wenn ich das Wasser zu 90 % wechsele (dann aber Fische vorher umsetzen), ist das Becken danach biologisch stabil.

Der Bodengrund sollte nie gestört (z.B. mit einer Mulmglocke umgegraben) werden. Nur so kann er eine biologische Wirkung aufbauen. Bei wühlenden Fischen wie z.B. vielen Barschen ist dies natürlich nicht erreichbar.

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