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CO2 Düngung - Teil 1

Eine oft gestellte Frage in der Aquaristik lautet: "Wozu brauche ich CO2-Düngung?" Schließlich ist eine CO2-Anlage keine billige Anschaffung.

Die Frage ob nötig oder nicht, läßt sich nicht pauschal beantworten. Zuerst sollte einem klar sein, wozu die Pflanzen das CO2 brauchen. Die Pflanzentrockenmasse besteht zu ca. 50 % aus Kohlenstoff. Das bedeutet, daß sie diesen zum Wachstum in großen Mengen benötigen. Die 2 (mengenmäßig) wichtigsten Nährstoffquellen für Pflanzen sind Licht und CO2. Bei der Bereitstellung von Pflanzennährstoffen gilt das Minimalprinzip. Herrscht bei einem einzigen ein Mangel, stagniert der Pflanzenwuchs. Stoffe wie Eisen, Mangan usw. lassen sich sehr leicht in Form von Flüssigdünger dem Wasser zuführen. Viele Hersteller bieten Präparate an, die in der Zusammensetzung der einzelnen Spurenelemente ausgewogen abgestimmt sind. Licht kann im Prinzip über die Anzahl und Stärke der Leuchten beliebig gesteuert werden.

Die Frage ist, wo ich das benötigte CO2 herbekomme. Die einzigen Produzenten im Aquarium sind die Pflanzen selbst, die Fische und Mulmstellen. Letztere erzeugen vereinfacht gesagt durch die biologische Abbauarbeit der Bakterien CO2. In einem stark vermulmten (nicht vermüllten!) Becken oder Filter kann sich dies in geringem Maße schon bemerkbar machen. Beim Filter setzt dies aber einen Langsamfilter voraus. Aber ein Aquarium ist nicht der Amazonas wodurch im Becken natürliche Grenzen gesetzt sind. Die Natur ist auch nicht pflanzenmäßig mit einem üppig bewucherten Aquarium vergleichbar. Im Aquarium sind in einem geschlossenem System und in kleiner Wassermenge oft eine gewaltige Anzahl Pflanzen untergebracht. Diese Pflanzenmenge muß von dieser kleinen Pfütze ernährt werden und beeinflußt diese letztendlich sehr stark. So wünschenswert ein extrem bepflanztes Becken in vielerlei Hinsicht auch ist so untypisch ist es im Vergleich zu natürlichen Verhältnissen und um so kritischer muß man es betrachten. Unter der Energiequelle Licht produzieren Pflanzen Sauerstoff. Dieser wird von den Fischen benötigt welche Sauerstoff ein- und CO2 ausatmen. Fische können nur in sehr begrenzter Anzahl im Aquarium gehalten werden. Die von ihnen produzierte CO2-Menge reicht für einen stark beleuchteten Dschungel nicht aus. Pflanzen produzieren außer Sauerstoff auch CO2. Dies kann aber nicht den Eigenbedarf decken.

Die benötigte Menge CO2 wird vor allem durch 2 Faktoren bestimmt:

  • Lichtstärke
  • Pflanzenmenge

Pflanzenmenge ist klar. Je mehr Verbraucher umso mehr Nahrung muß erzeugt werden. Je stärker die Beleuchtung umso stärker werden die Pflanzen durch Fotosynthese zum Wachstum angeregt. Stärkeres Wachstum bedeutet mehr Nahrung.

Ein Schwachlichtbecken kann durchaus ohne CO2-Düngung auskommen.

Der CO2-Gehalt des Wassers wird aber nicht nur durch Pflanzen verringert. Als Gas wird es bei bewegter Wasseroberfläche aus dem Aquarium ausgetrieben. CO2-Düngung und starke Filter passen daher nicht besonders gut zusammen. Daraus kann sich auch ein Problem für manche Fische ergeben. Durch das ausdiffundieren von CO2 aus dem Wasser kann sich unter Umständen eine dichte Gasschicht über der Wasseroberfläche bilden. Labyrintfische die auf atmosphärischen Sauerstoff angewiesen sind, können diesen dann nicht mehr aufnehmen. Sie würden in diesem Falle "ertrinken". Betroffen sind auch verschiedene Welsearten die über eine Darmatmung verfügen.

CO2 dient also Pflanzen als wichtige Nährstoffquelle. Eine weitere Eigenschaft ist das Ansäuern des Wassers. Durch Einbringen dieses Gases sinkt der PH-Wert. Das Maß der PH-Absenkung ist von der Wasserhärte abhängig. CO2 hält den im Wasser enthaltenen Kalk in Lösung. Je härter das Wasser (kalkhaltiger), umso mehr CO2 wird benötigt. Bei der hierfür nötigen CO2-Menge spricht man von Gleichgewichts-CO2. Erst die darüber hinausreichende Menge steht den Pflanzen (und auch der PH-Senkung) direkt zur Verfügung. Einige Pflanzen sind bei CO2-Mangel allerdings zur biogenen Entkalkung fähig. Dadurch wird auch das Gleichgewichts-CO2 dem Wasser entzogen und es entstehen Kalkausfällungen. Diese machen sich durch weißen Niederschlag auf den Blättern bemerkbar. Die Wasserhärte sinkt.

Je höher die Karbonathärte, umso mehr CO2 muß zugeführt werden um einen niedrigeren PH-Wert zu erreichen. Der CO2-Gehalt des Wassers sollte aber max. 30-35mg/L nicht überschreiten. Ist er zu hoch, blockiert er die Sauerstoffaufnahme der Fische. Es gibt verschiedene Fischarten und auch Garnelen, die auf einen zu hohen CO2-Gehalt empfindlich reagieren. Deshalb sollte die CO2-Düngung, obwohl im Prinzip möglich, nicht gezielt zur PH-Wertsenkung angewandt werden. Bei den in Deutschland oft hohen Wasserhärten ist eine Senkung auf PH kleiner als 7 oft nicht möglich. Bei kh 10 sind für einen PH-Wert 6,8 schon 50 mg/L erforderlich. Daher bekomme ich bei einer solchen Wasserhärte saures Wasser nur in Verbindung von CO2 und Umkehrosmoseanlage.

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