home Forum Gästebuch
Impressum
....

CO2 Düngung - Teil 2 - Technik

Zuerst etwas zum Umgang mit CO2-Anlagen. Gasflaschen unterliegen zu Recht bestimmten Auflagen, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind. Eine CO2-Flasche muß TÜV-geprüft sein. Die Prüfintervalle betragen zur Zeit 10 Jahre. Dies ist vor allem beim Gebrauchtkauf zu beachten. Eine Gasflasche sollte einen Haltegriff (Cage) besitzen. Sowohl beim Transport als auch später beim Betrieb muß die Flasche unbedingt gesichert plaziert werden. Schlägt die Flasche beim Herunterfallen auf dem Ventilkopf auf, kann diese explodieren. Dies verursacht in geschlossenen Räumen ein großes Loch in der Betondecke. Wird eine Flasche undicht, setzt sich das ausströmende CO2 (schwerer als Luft) am Boden ab. Vor dem unfachmännischen Herumhantieren an der Gasflasche kann man nur warnen. Bei sachgemäßer Anwendung besteht aber absolut keine Gefahr.

Aber nun vom Warnen zum Anwenden.

Es gibt von verschiedenen Herstellern komplette CO2-Systeme die aus Flasche, Druckminderer, Nadelventil, Blasenzähler, Reaktor und CO2-Schlauch bestehen. Bei so einem Komplettkauf ist man auf der sicheren Seite. Hier paßt alles und die Anlage kann problemlos in Betrieb genommen werden.

Meiner Kenntnis nach werden in der Aquaristik Flaschengrößen von 250g bis 2000g angeboten. Langfristig am günstigsten fährt man mit 2Kg-Flaschen. Hier ist das Wiederbefüllen im Verhältnis am preiswertesten. Es gibt auch Einwegflaschen. Diese sollten aber aus Umweltschutzgründen gemieden werden.

Wie funktioniert das Ganze?

Zuerst wird der hohe Flaschendruck durch den Druckminderer auf ca. 1 Bar reduziert. Die Feineinstellung erfolgt über das nachgeschaltete Nadelventil. Der Blasenzähler ist ein kleiner zu 80% mit Wasser gefüllter Behälter. Wie der Name schon sagt, dient er zur exakten Kontrolle der eingestellten Blasenzahl/min. Am Ende der Kette befindet sich der Reaktor. Er löst das CO2 im Wasser. Zur Verbindung dieser Gerätschaften darf nur spezieller CO2 - Schlauch verwendet werden. Normaler Schlauch ist gasdurchlässig.

Wie groß sollte die Flasche sein?

Das hängt natürlich von der Beckengröße, der Pflanzenmenge und Art der Bepflanzung sowie der Beleuchtung ab. Ich dünge mit einer 2 Kg - Flasche kräftig beleuchtete und stark bepflanzte 500 Liter Wasser ca. 10 Monate. Dies ist aber nur ein grober Richtwert denn der Nährstoffverbrauch ist in jedem Aquarium unterschiedlich. Außerdem muß noch der eventuelle CO2 - Verlust durch Oberflächenbewegung des Wassers bedacht werden.

Welchen Reaktor nehme ich?

Hier gibt es die unterschiedlichsten Konstrukte von verschiedenen Herstellern. In jedem Falle ist die Kapazitätsgrenze der Reaktoren zu beachten. Ein Gerät das für Aquarien bis 200 Liter ausgelegt ist kann keine 500 Liter düngen.

Wie arbeitet ein Reaktor?

Eine mögliche Funktionsweise ist folgende. Die im Reaktor (dieser wird als Bypass geschaltet) befindlichen Gasblasen werden vom Filterauslaufstrom leicht umspült. Dadurch löst sich das CO2 fein im Wasser auf und wird durch den Reaktorauslauf im Becken verteilt. Hierbei darf die Durchströmung des Reaktors weder zu hoch noch zu klein eingestellt werden. Je länger die Gasblase im Gerät Wasserkontakt hat umso feiner lößt sie sich auf. Der Wirkungsgrad steigt.

Es gibt auch Geräte, die ohne Filterstrom auskommen. Ebenso gibt es welche, die das CO2 am Filtereinlauf ansaugen und dann im Filter auflösen. Bei dieser Konstruktion sollte man als Filtersubstrat nicht Schaumstoff oder Watte wählen. Hierin können sich größere Gasblasen bilden die im Extremfall den Motor kurzzeitig trocken laufen lassen.

Wie findet man eine undichte Stelle im System?

Wenn man durch zu großen CO2 - Verbrauch eine Undichtigkeit vermutet, verwendet man bei der Suche entweder Lecksuchspray aus dem Fachhandel oder (billiger) Seifenlauge. Die Vorgehensweise ist die Gleiche wie beim undichten Fahrradschlauch. Dort wo sich Blasen bilden ist die undichte Stelle.

zurück