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Der Wasserwechsel im Aquarium |
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Der Wasserwechsel ist das beste und gleichzeitig simpelste Mittel um dauerhaft stabile Verhältnisse im Aquarium zu schaffen. Durch die regelmäßige Entnahme von Altwasser und Zugabe von Frischwasser bildet man den riesigen ständigen Wasseraustausch, der in natürlichen Gewässern stattfindet, nach. Selbstverständlich sehr unperfekt aber für aquaristische Verhältnisse ausreichend. Eine Alternative wäre allerdings ein Durchflußaquarium. Ein Aquarium ist kein autarkes Biotop welches sich selbst stabilisiert. Deshalb müssen regelmäßig die sich entwickelnden Schadstoffe reduziert werden. Der Wasserwechsel sollte in gleichmäßigen Intervallen stattfinden. Ziel ist nicht nur die Schadstoffbelastung gering zu halten sondern auch für wenig schwankende Werte zu sorgen. Wenn ich bei einem ungepflegten Becken plötzlich einen Extremwasserwechsel mache beruhigt das zwar mein Gewissen aber die Fische müssen sich schlagartig wieder auf andere Werte einstellen. Deshalb wöchentlich und reichlich! 50 - 60 % dürfen es schon sein. Ausnahmen bilden natürlich Aufzuchtbecken wo die Belastung durch stärkere Fütterung bedeutend höher ist. Hier wird oft täglich das Wasser gewechselt. Ein guter Parameter für die Wasserqualität und gleichzeitig meinen Erfolg, die Schwankungsbreite zu verkleinern, ist der Nitratwert. Schwankt dieser zwischen den Wechseln nur gering, ist das Intervall richtig gewählt. Außerdem sollte der Nitratwert natürlich nicht zu hoch sein. Ein sehr schwach besetztes Becken (gibt es extrem selten) in dem Nitrat nicht nachweisbar ist, sollte einen nicht dazu verleiten, den Wasserwechsel zu vernachlässigen. Das Wasser verändert sich trotzdem. Man kann es riechen. Frisch gewechselt und 4 Wochen später ist anders. Es stinkt nicht aber es riecht anders. Außerdem sollte man den Fischen prinzipiell - unabhängig von Meßwerten - regelmäßig Frischwasser gönnen. Wir leben schließlich auch nicht gerne in verbrauchter Luft obwohl kein Mensch daran stirbt. Die Regelmäßigkeit des Wasserwechsels krankt oft an der Bequemlichkeit des Aquarianers. Am Anfang ist die Freude über das neue Hobby noch groß aber nach einiger Zeit wird die Arbeit lästig. Deshalb sollte man diese vielleicht etwas automatisieren. Die Altwasserabsaugung kann über einen einfachen Gartenschlauch der vom Becken zur Badewanne gelegt wird realisiert werden. Kurz an einem Ende ansaugen und das Wasser läuft von alleine. Im Aquarium wird der Schlauch mit einem Sauger an der Scheibe befestigt. Geschieht dies in der richtigen Wassertiefe, ist somit eine automatische Absaugendabschaltung integriert. Das Auffüllen mit Frischwasser geschieht genau umgekehrt. Schlauch an Wasserhahn anschließen und laufen lassen. Vorher sollte das Leitungswasser allerdings ca. 5-10 Minuten ins Waschbecken abfließen um eventuelle Kupferauslagerungen der Wasserleitung auszuschließen. In keinem Fall darf Wasser aus der Warmwasserleitung genommen werden. Die Heizspiralen bestehen oft aus Kupfer. Dieses ist für Fische tödlich. Ein einmal damit belastetes Becken muß komplett ausgeräumt werden weil sich Kupfer im Bodengrund ablagert und unkontrollierbar wieder ans Wasser abgegeben wird. Die Fische sterben dann scheinbar ohne ersichtlichen Grund. Weshalb sollte man überhaupt auf den Gedanken kommen die Warmwasserleitung zu benutzen? Weil die Wassertemperatur im Aquarium bei einem starken Wasserwechsel zu heftig absinkt? Solange sich dies in einer Schwankung bis ca. 5 Grad bemerkbar macht, besteht absolut keine Gefahr. Dies animiert einige Fischarten (z.B. Panzerwelse) sogar zum Ablaichen. Ist der Temperatursprung im Winter (dann ist auch das Leitungswasser bedeutend kälter) zu groß, hänge ich je nach Beckenvolumen einen oder zwei 300 Watt Heizstäbe ins Wasser. Diese sind auf volle Leistung gestellt. Frischwasser wird dann über einen längeren Zeitraum langsam dazugegeben. Aber nicht vergessen die Heizstäbe später wieder zu entfernen. Apropos Heizstab. Ein häufig auftretender Fehler (passiert auch mir noch) geschieht oft aus Nachlässigkeit. Vor dem Wasserabsaugen wird vergessen die Heizung auszuschalten. Der Heizstab ist nicht mehr vollständig unter Wasser getaucht und geht kaputt. Was ist wenn ich kein Leitungswasser verwende (Verschnitt mit Osmosewasser)? Das aufbereitete Wasser wird in einer Tonne aus Lebensmittelechtem Kunststoff gesammelt und einfach durch eine schwache Pumpe ins Becken befördert. Weil diese Tonne in der Regel innerhalb der Wohnung plaziert ist, erübrigt sich das Problem mit der Temperatur. Das Wasser gleicht sich der Umgebungstemperatur an, welche in Wohnräumen ja in der Regel nicht weit unter 20 Grad sinkt. Genug geredet von Temperaturen und Wechselintervallen. Hat der ganze Aufwand auch Nachteile? Mir ist bis jetzt nur einer aufgefallen. Der Wasserverbrauch steigt etwas. Besonders, wenn man viele Becken besitzt. Allerdings kann das Aquarienwasser auch hervorragend als Blumengießwasser Verwendung finden. Hier ist schließlich alles enthalten was sonst als teurer Dünger dazugekauft wird. Auf den Pflanzenwuchs und somit auf die gesamte Biotopstabilität wirkt sich der Wasserwechsel extrem postitiv aus. Wöchentlich kräftig Wasser wechseln bedeutet, wenn die anderen Nährstoffe ausreichend vorhanden sind, ein üppig wucherndes Pflanzenbecken. |