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Wieviele Fische passen ins Aquarium? |
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Dies wird wahrscheinlich der am wenigsten beachtete Beitrag auf dieser Homepage sein. Aber ich halte ihn für zu wichtig, um ihn nicht zu publizieren. Das leidige Thema. Wieviele Fische darf ich einsetzen? Hier diszipliniert vorzugehen ist selbst für den erfahrenen Aquarianer schwierig. Es gibt einfach zuviele Fische die man noch gerne pflegen würde. Und mehr als 10-12 Becken sind in einer normalen Mietwohnung schwer unterzubringen. Schließlich will man vor den anderen Familienmitgliedern nicht als maßlos gelten. Die genannte Zahl läßt sich noch relativ unauffällig in die Wohnung integrieren und die durch die vielen oben offenen Aquarien erzeugte gute Raumluft kommt letztendlich allen zugute. Ein bißchen Dankbarkeit darf hier schon erwartet werden. Aber jetzt zu den Fischen. Es gibt in der Fachliteratur eine Formel, welche besagt, daß pro Zentimeter Fisch ein Liter Wasser vorhanden sein muß. Vorsichtige Autoren gehen von 2 Liter/cm aus. Diese Werte beziehen sich selbstverständlich auf die Endgröße der Fische und nicht auf die Jungtiere im Händlerbecken. Wie helfen mir diese Angaben bei der Besetzung meines Aquariums? Hierbei muß berücksichtigt werden, in welcher weise sich Fische auf ihren kleine Welt auswirken. Einmal ist zu bedenken, daß sie das Wasser biologisch belasten. Theoretisch kann ein eingefahrenes (nach einem Jahr) Aquarium relativ stark besetzt werden. Die Wasserbelastung läßt sich durch extrem hohen Pflegeaufwand trotzdem gering halten. Die Frage ist, ob dieser Pflegeaufwand permanent aufrechterhalten werden kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Aufzuchtbecken. Dieses ist oft sehr klein (40-80 Liter) und durch die mehrmalige Fütterung pro Tag stark belastet. Ein täglicher Wasserwechsel ist hier unter Umständen erforderlich. Ein anderer Aspekt ist die Wechselwirkung der Fische untereinander. Bei einem Schwarmfisch darf man eine Mindestanzahl nicht unterschreiten. In den meisten Fällen fühlen diese sich umso wohler, je größer der Schwarm ist. Soll das Becken mit 2 oder 3 verschiedenen Arten besetzt werden, ist schnell die Grenze des Erträglichen überschritten. Ebenso zu bedenken ist, daß von der Fischgröße nicht unbedingt auf die Wasserbelastung geschlossen werden kann. Ein ruhig (und langweilig) im Aquarium hindümpelnder Neonschwarm ist nicht mit ein paar aktiven Barschen vergleichbar. Wie aus dieser Argumentation ersichtlich, gibt es keine feste Faustformel. Es können allenfalls grobe Richtwerte sein. Ein Beispiel. Das Aquarium faßt 100 L Wasser. Besetzt wird es mit 10 Salmlern von je 5 cm Größe. Alternativ von 6 Tanganjikabarschen (ebenfalls 5 cm). Meiner Erfahrung nach wird das Barschbecken eine stärkere Wasserbelastung aufweisen. Es gibt auch Fischarten bei denen die Zentimeterfaustformel nicht einmal ansatzweise greift. Bei Skalaren z.B. ist aufgrund der Körperhöhe eine viel größere Wassermenge einzuplanen. Bei den als gute Algenfressern bekannten und deshalb sehr beliebten siamesischen Rüsselbarben (werden bis 15 cm groß) muß unbedingt die Lebhaftigkeit dieser Tiere bedacht werden. Diese äußerst schwimmfreudigen Rüsselbarben habe ich schon in einem 240 L Becken gehalten. Dabei war ein relativ hohes Agressionspotential untereinander (Schwarmfische) zu beobachten. Erst im 400 L Becken war Ruhe. Ich denke eine Pauschalaussage in Liter und Zentimeter verpackt kann nicht gemacht werden. Zu berücksichtigen ist das Verhalten, die Wasserbelastung der jeweiligen Art und auch die Ansprüche an Lebens- bzw. Schwimmraum der einzelnen Fische. Selbst in einem Aquarium mit allerbester Wasserqualität wird sich ein Fisch nicht wohlfühlen wenn es zu klein ist. Ebensowenig wird sich ein Schwarmfisch in einem Zweimeterbecken dauerhaft halten lassen wenn er nur 2-3 Artgenossen um sich hat. Alle diese Überlegungen müssen vor dem Einsetzen der Fische berücksichtigt werden. Deshalb ist bei dem Planen des Aquariums das Zurateziehen guter Fachliteratur meiner Meinung nach Pflicht. Es gibt kaum etwas schlimmeres als planlos durch Aquaristikgeschäfte zu ziehen und die Fische einfach nach optischen Gesichtspunkten auszuwählen. Hierbei ist der Mißerfolg geradezu vorprogrammiert. Geht es nicht etwas konkreter? Da ich auf dieser Homepage vor allem Aquaristikeinsteiger anspreche, gebe ich einfach mal meine heutige Vorgehensweise wieder. Ich richte mittlerweile fast ausschließlich Becken mit wenigen verschiedenen Arten ein. Dies könnte z.B. ein Aquarium mit einem Salmlerschwarm und einem Paar Zwergbuntbarschen sein. Einerseits ist ein solches Aquarium vom Beobachten her interessanter, andererseits resultiert Überbesatz fast immer aus dem Zusammenwürfeln verschiedenster Fische. Die bunten und die Blauen und die so schön Leuchtenden geht nicht. Der fortgeschrittene Aquarianer wird sich seine Fische sowieso mehr nach Verhaltensweisen als nach optischen Gesichtspunkten auswählen. Hier ist die Erfahrung viel größer was funktioniert und was nicht funktioniert. Je mehr man beim Besatz maßhält umso spannender ist das Beobachten des Biotops. |